Keine Beweise? Klage gegen MP3Sparks gestoppt

Kürzlich gaben Vertreter der RIAA feierlich bekannt, man hätte sich dazu entschlossen, die Klage gegen den russischen und mittlerweile inaktiven Online-Shop AllofMP3.com fallen zu lassen. Der inoffizielle Mirror MP3Sparks.com und zahlreiche andere Nachahmer der Seite betreiben weiterhin ohne jede Einschränkung ihr Geschäft. Auch die kosten- wie werbefreie MP3-Suchmaschine Tagoo.ru ist noch immer online. Wirklich ein Sieg auf ganzer Linie?

Sprecher Jonathan Lamy von der Recording Industry Association of America gab sich in seinem Statement zufrieden: „Die Seite besteht nicht mehr und wurde aus dem Markt verdrängt, dies ist das Ergebnis einer erfolgreichen Anti-Piraten Initiative.

Die Klage wurde ursprünglich bereits im Dezember 2006 angestrengt, selbst Präsident Bush fühlte sich dazu genötigt, öffentlich für einen Shutdown der Website zu plädieren. Schon im Frühjahr letzten Jahres wurde bekannt, dass die Zugangsdaten des Shops auch auf der sehr ähnlich aufgebauten Website MP3Sparks.com funktionieren würden. Nachdem auf internationalen Druck hin die Kreditkartenzahlungen nicht mehr dorthin durchgeführt wurden, haben viele der über 5,5 Millionen registrierten Benutzer einfach das Portal gewechselt, um nebenan weiterhin ihre Musik einkaufen zu können. Neben den gleichen Kommentaren, dem ähnlichen Webdesign war auch das Musikangebot von Original und Mirror exakt das gleiche.

all of mp3, online, shopDaneben existieren noch zahllose Nachahmer wie MP3Fiesta.com, LegalSounds.com, MP3Search.ru, JustMusicstore.com, GoMusic.ru, Mp3Skyline.com, Mp3sale.ru etc. Die Anbieter unterscheiden sich jeweils durch die dort zur Verfügung stehenden Zahlungsmöglichkeiten, der Qualität, dem Preis und der Auswahl an einzelnen Stücken oder ganzen Alben. Zumeist werden die führenden Kreditkartenfirmen sowie Paypal akzeptiert.

Daneben existiert zumindest im Fall populärer Künstler die Suchmaschine tagoo.ru – dessen Suchengine wurde vor rund einer Woche einem Update unterzogen. Man sieht also, Klage oder nicht – von einem Erfolg auf ganzer Linie kann keine Rede sein. Denis Kvasov, der Betreiber des Unternehmens, das für den Betrieb des Online-Shops verantwortlich war, wurde schon im August 2007 freigesprochen. Dieser hat während des schwebenden Verfahrens gegen seine Firma offensichtlich in aller Ruhe seine Tätigkeit auf eine andere Domain verlegt. Neuer Name, neues Glück? 30 Millionen US-Dollar soll das Portal jährlich umgesetzt haben, zumindest laut den offiziellen Schätzungen der RIAA. Die hätte das Verfahren gegen AllofMP3.com auch öffentlichkeitswirksam unter Dach und Fach gebracht, hätte man sich einen Erfolg von dessen Ausgang versprechen können. Und wenn bei MP3Sparks irgendwann die Stecker gezogen werden sollten, dann verlegt man sein Treiben wie eine Hydra eben wieder auf eine andere Domain. Wird bei der RIAA so Erfolg definiert? Oder war die Aussage des Sprechers der höchst durchsichtige Versuch, die eigene Niederlage möglichst gut zu verbergen? tagoo, search, mp3, music

(via allofmp3blogs, thx!)

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