Automatisierte Personenerkennung zunehmend verbreitet

Außerhalb der regulären Schulzeiten und ohne Aufsichtspersonal betreten Oberstufenschüler eines Hamburger Gymnasiums seit Februar 2007 ihre Schulbibliothek. Auf ihre Zugehörigkeit werden die Schüler per Fingerabdruck identifiziert. Um einen Missbrauch bei den Dauerkarten zu verhindern, werden die rund 70.000 Dauerkarten-Inhaber des Hannoveraner Zoos beim Zutritt auf das Gelände über die automatische Gesichtserkennung kontrolliert. Um den Datenschutz zu gewährleisten, fragen die Außendienstmitarbeiter einer großen Versicherungsgruppe seit 2007 über ein Sprachportal vor einem Termin Kundendaten telefonisch ab, wobei sie an ihrer Stimme identifiziert werden.

In Deutschland werden heute bereits Zugangskontrollen durch biometrische Merkmale wie Fingerabdruck, Gesicht, Iris, Stimme oder Tastenschlag erfolgreich eingesetzt. In der aktuellen „Broschüre Biometrie“ stellt der BITKOM rund 25 deutsche Referenz- und Pilotprojekte vor. „Ob im privaten, geschäftlichen oder hoheitlichen Umfeld: Biometrische Lösungen verbinden Erleichterung im Alltag, einfache Handhabung und Kosteneffizienz mit einem Höchstmaß an Sicherheit“, sagt Prof. Dieter Kempf, Mitglied des BITKOM-Präsidiums. Gegenüber herkömmlichen Technologien haben die biometrischen Verfahren einen entscheidenden Vorteil. Während Ausweise oder Passwörter vergessen, gestohlen, gefälscht oder bewusst weitergegeben werden können, sind Fingerabdruck, Iris, Gesicht oder Stimme untrennbar mit der Person verbunden.

Gegenwärtig stellen etwa 100 deutsche Unternehmen mit mehreren Tausend Beschäftigten biometrische Produkte her oder befassen sich mit der Systemintegration. „Die deutsche Biometriebranche genießt international einen guten Ruf und ist bei der Gesichtserkennung weltweit führend“, sagt Kempf. Der Biometriemarkt in Deutschland wächst bis zum Jahr 2010 auf voraussichtlich rund 300 Millionen Euro, während es 2006 rund 120 Millionen Euro waren. Die Erkennung von Fingerabdrücken bleibt dabei die Technologie mit dem größten Marktanteil. Zunehmend an Bedeutung gewinnt die Gesichtserkennung. Der derzeitige Anteil am Marktumsatz von gut einem Fünftel wird auf ca. 30 Prozent steigen, was aus einer Studie der Roland Berger Strategy Consultants hervorgeht, die für BITKOM erstellt wurde.

Die Biometrie umfasst automatisierte Methoden, um Menschen erkennen zu können. Dazu werden körperliche oder Verhaltensmerkmale von Personen mit elektronisch gespeicherten Datensätzen verglichen. Dadurch können Menschen aus einem unbestimmten Personenkreis identifiziert und ihre Zugehörigkeit automatisch überprüft werden. [visavis]

http://www.bitkom.de

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