Kinder, benutzt Kazaa und Limewire! :-)

Zusammen mit dem Wohltätigkeitsverband Childnet, startete der Weltverband der Phonoindustrie (IFPI) vor kurzem eine Kampagne, um Kinder, Lehrer und Eltern über die Gefahren des Filesharings zu unterrichten. So einige Dinge müssen aber bei der Erstellung der Texte schiefgelaufen gelaufen sein. Anders ist es nicht zu erkären, dass manche der dort aufgelisteten Websites zum Filesharing auffordern oder unsere schützenswerten Jugendlichen zu Websites mit pornografischen Inhalten führen.

Der Prospekt der Kampagne wird als PDF an Schulen und Colleges verteilt, in Bibliotheken, Musikläden, Internet-Portalen und auf Webseiten in 21 Ländern. Dieser soll Kindern und Eltern über die „Gefahren“ von Filesharing aufklären und rät ihnen, die legalen Online-Shops zu benutzen, die auf pro-music.org aufgelistet werden. Vorgeschobenes Ziel sei es die Kinder im Internet zu schützen. Die IFPI verkündete stolz vor einigen Wochen ihre neue Kampagne mit den Worten:

Die Kampagne erreicht Millionen von Leuten, die die digitalen Möglichkeiten nutzen, um an Musik zu kommen, denen aber immer noch an Klarheit und Sicherheit in gesetzlichen Fragen des Copyrights fehlt, sowie an legalen Alternativen.

Die Organisation war schon immer um die Sicherheit der Kinder besorgt, und auf pro-music.org bieten sie eine Liste von Shops an, die von ihnen überprüft und als „sicher“ eingestuft wurden. Ernesto von Torrentfreak (TF) erzählt über seine Erfahrungen mit der Linkliste der IFPI:

„Ich war natürlich neugierig diese gesetzlichen Läden auszuprobieren, und weil ich aus den Niederlanden bin, entschied ich mich, den holländischen Ablegern einen Besuch abzustatten. Dies stellte sich als ein interessantes Experiment heraus. Zu meiner Überraschung waren die ersten vier Webshops auf der Liste nicht mehr vorhanden, einige hatten aufgegeben, und andere leiteten zu Webseiten um, die keine Musik verkauften. Noch schlimmer war commodore.nl, die erste Position auf der Liste. Dort wurden Anzeigen für eine Website mit betrügerischer Filesharingsoftware geschaltet.

Ich bekam schließlich etwas, was wie ein Musikladen aussah. Als ich dem fünften Link folgte, kam ich zu dance-tunes. Als ich aber nach dem neusten Radiohead-Album suchte, kam dabei nichts heraus. Die Seite hatte nur einige Mp3s und nichts nach meinem Geschmack (im Angebot).

Doch hier war der Ausflug nicht zu Ende, eine weitere Website für die geworben wurde, ist download.nl. Hier kann man zwar Musik finden, diese wird allerdings nicht verkauft, sondern stattdessen wird auf Lime Wire und Kazaa verwiesen. Letztendlich scheint also selbst der IFPI daran zu liegen, dass man die Filesharing Angebote nutzt.

Als Fazit von sechs erprobten Angeboten verkauften vier (überhaupt) keine Musik, ein Shop listete sie nur auf und der Letzte empfahl Lime Wire und Kazaa, zu installieren. Noch weiter in der Liste kommt man zu fragwürdigen Seiten, die Hardcore-Pornografie verkaufen.“

Vivian Reding, von der Europäischen Kommission für Informationsgesellschaft und Medien äußerte sich zu der Kampagne:

Die neue Kampagne ist ein sehr gutes Beispiel einer Initiative, die einfachen praktischen Rat bietet, sowohl den Eltern als auch Lehrern, um jungen Leuten die Music, Kids, IFPI, Commodore, Filesharing, Kazaa, LimewireMöglichkeit zu bieten sicher und legal Musik im Internet zu genießen.

Wahrscheinlich hat dort niemand die Kampagne selbst ausprobiert oder sich die aufgelisteten Shops genauer angesehen, was wiederum für sich selbst spricht. Jugendschutz sollte man doch „etwas“ anders definieren…

(Autor: bitrao)

(Via Torrentfreak)[gulli]

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