Gestohlene US-Militärausrüstung landet bei Ebay

Von: Kathrin Schmitt (feedback@cnet.com)
Freitag, 11. April 2008

Der US-Rechnungshof ist bei Recherchen im Internet auf einen umfangreichen Waffenmarkt gestoßen, auf dem Material angeboten wird, welches der US-Armee gestohlen wurde. Es handelt sich um moderne Gegenstände wie Atemschutzmasken, Nachtsichtbrillen und sogar Bauteile von F14-Kampfflugzeugen.

Bei den Recherchen zwischen Januar 2007 und März dieses Jahres wurden die Beamten unter anderem beim Online-Auktionator Ebay und dem Online-Anzeigennetzwerk Craigslist fündig. Bei den meisten der angebotenen militärischen Ausrüstungsteile handle es sich um Diebesgut, hieß es in einem jetzt veröffentlichten Bericht der Prüfer des Government Accountability Office (GAO).

So hätten die GAO-Mitarbeiter auf Ebay um F14-Teile mitgeboten. Der inzwischen fast 40 Jahre alte Kampfjet der US-Marine, der durch den Kinofilm „Top Gun“ berühmt wurde, wurde seinerzeit nur an den Iran exportiert. Heute gehört der Iran zur „Achse des Bösen“ für das Weiße Haus. Die Bauteile seien im Iran gefragt, aber auch in Bulgarien, Russland und Hongkong, hieß es. Die Ermittler fanden aber bislang nicht heraus, woher die Verkäufer die F14-Teile bezogen hatten, hieß es in Agenturmeldungen, die das österreichische Magazin Futurezone des ORF zitierte.

Bei Craigslist sei eine US-Kampfuniform samt Zubehör angeboten worden. Mutmaßliche Terroristen könnten sich auf diesem Weg als US-Soldaten ausstaffieren, warnten die Prüfer unter Hinweis auf einen Anschlag im irakischen Kerbela Anfang 2007, bei dem sich Aufständische mit Uniformen getarnt hatten. Dem Verteidigungsministerium zufolge ist die gestohlene Ausrüstung zum Großteil im US-Rüstungsverzeichnis registriert. Dort verzeichnete Gegenstände unterliegen Beschränkungen, was die Möglichkeit zum Verkauf ins Ausland angeht, wie der Rechnungshof am Donnerstag mitteilte.

Eine Militärsprecherin nannte es angesichts der Ermittlungsergebnisse eine „Herausforderung“, die Buchhaltung zu verbessern. Um dem Problem der fehlenden Ausrüstungsgegenstände zu begegnen, hatte die US-Armee im Jahr 2006 damit begonnen, ihre Gegenstände gründlicher zu inventarisieren. Dabei seien bisher über 20.000 Einzelgegenstände im Wert von mehr als 135 Millionen Dollar (85 Millionen Euro) registriert worden. [silicon.de]

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