Sex mit Robotern ist nicht weit entfernt

Es braucht gar nicht viel, damit Menschen Roboter lieben lernen, sagt Japans Roboterexperte Hiroshi Ishiguro.

Hiroshi Ishiguro sitzt neben sich. „Manche Leute unterhalten sich bereits lieber mit ihm als mit mir, weil sie ihn als weniger bedrohlich empfinden“, sagt Ishiguro, Professor der Universität Osaka, über seinen Nebenmann, der dem japanischen Wissenschafter wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Das Wesen scheint zustimmend zu nicken, doch versteht es nichts. Geminoid, so der Name, ist nur eine fernsteuerbare Roboterkopie seines Schöpfers. Silikon auf Stahlgerüst und darauf programmiert, sich selbstständig menschenähnlich zu bewegen. Stimme und Geist gibt ihm bei Bedarf Ishiguro über das Internet aus dem Nebenzimmer.Roboteranerkennung

Ishiguro will mit dem Projekt herausfinden, wie Roboter sich verhalten müssen, damit Menschen sie als ihresgleichen anerkennen – und Gefühle wie Liebe für die Maschine empfinden. Ishiguros bisherige Einschätzung gereicht der Krone der Schöpfung nicht gerade zur Ehre. Grundsätzlich seien die Minimalanforderungen „sehr gering“, damit Menschen Roboter lieben lernen, meint der Roboterwissenschafter, „eine menschenähnliche Gestalt dürfte genug sein. Wenn der Roboter zudem noch menschenähnliche Bewegungen und Reaktionen aufweist, hilft das zusätzlich.“

Ishiguro ist kein weltfremder Spinner. Ein Getändel zwischen Mensch und Maschine ist längst nicht mehr nur ein Thema für Sciencefictionautoren. Besonders in Japan stellt sich dem Homo sapiens ganz konkret die Frage, wie er sein Leben mit humanoiden Maschinen teilen will, denn die Roboter verlassen die Labore….

…Der beste Freund

Schon vor Jahren eroberte Sonys Roboterhund Aibo weltweit Hunderttausende menschlicher Herzen. Inzwischen leisten sogar erste höher entwickelte humanoide Roboter ihre Praktika als Auskunftsstellen und Kellner in Kaufhäusern, Museen, Banken und Firmensitzen ab. Und der Autohersteller Toyota hat im Dezember 2007 versprochen, in den Anfangsjahren des kommenden Jahrzehnts Roboter auf den Markt zu bringen, die Menschen im Alltag helfen sollen….

…Die Entwicklung ruft weltweit die Wissenschaft auf den Plan. Der amerikanische Altersforscher William Banks von der Saint Louis University in Missouri hat kürzlich herausgefunden, dass alte Menschen zum Plastikkläffer genau so intensive Beziehungen aufbauen wie zu einem richtigen Hund….

[derStandard]

…Höher entwickelte Sexspielzeuge

„Sobald humanoide Roboter erst einmal in Massen produziert werden und die Kosten für die Bauteile sinken, werden die Menschen aus diesen Teilen höher entwickelte Sexspielzeuge entwickeln.“

Der japanische Popstar Hikaru Utada verguckte sich schon im Jahr 2001 in den real existierenden Roboter Pino. Im Video zu ihrem Lied „Can You Keep a Secret?“ kuschelte sie mit dem 70 Zentimeter großen Pino auf der Couch und hauchte verliebt: „Deinem Ideal möchte ich mich nähern.“(Martin Kölling aus Tokio/DER STANDARD, Printausgabe vom 18.3.2008) …

Advertisements
Explore posts in the same categories: Forschung, Fundstück, News, Nicht kategorisiert, technik

Schlagwörter: , , ,

You can comment below, or link to this permanent URL from your own site.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: