Nigeria Connection erfolgreichste Betrugs-Masche mit starkem Wachstum

Die niederländische Organisation Ultrascan legt aktuelle Zahlen vor zum Thema „Nigeria Connection“. Dieser auch als 419-Scam bekannt gewordene Betrug ist erfolgreicher als man zunächst vermuten möchte. So belegen aktuelle Zahlen, dass ein neues Rekordhoch erreicht wurde und ein Ende des Wachstums nicht in Sichtweite sei. Weltweit gäbe es über 300.000 Betrüger, die durch gezielten Betrug viel Geld machen würden. Mit mit einem Wachstum von derzeit 3 Prozent handelt es sich bei dieser Form der organisierten Kriminalität um einen regelrechten Boom. Die undurchdringbare, rhizomatische Struktur macht das Aufspüren und Analysieren des Phänomens äußerst schwierig.

Überraschend ist vielleicht, dass gut gebildete Kreise leichter über den Tisch zu ziehen sind als man meinen sollte. Ingenieure, Architekten und Ärzte würden leichter zu überzeugen sein in ein Geschäft oder eine Idee zu investieren als weniger gut gebildete. Auch verfügt die höher gebildete Schicht über entsprechendes Kapital. Die Kontaktdaten beziehen die Betrüger unter anderem über Konferenz-Webseiten. Einer Untersuchung von über 300 Fällen mit hohen finanziellen Verlusten der Oper ergab, dass etwa 85 Prozent der Betrogenen über einen Eltern-spezifisches Trauma verfügen würden, beispielsweise durch einen Todesfall eines Elternteils im Kindesalter oder durch schmerzhafte Trennung. Trotz hoher Bildung und finanziellem Schaden haben diese Betroffenen bis zuletzt ein hohes Vertrauen zu den Betrügern. In Einzelfällen betrug die Schadens-Summe weit über 150.000 Euro und auch die Vernichtung der Existenz ist mitunter Teil des des Schadens. Da sich die meisten der Opfer für den „größten Fehler ihres Lebens“ schämen, ist es nur schwierig an die Opfer zu kommen um gegen die Betrüger zu ermitteln.

Den Betrug aus Nigeria gibt es nicht erst seit dem Internet. Schon in den siebziger Jahren wurden Briefe und Faxe an unbekannte zugestellt. Dabei ist das Muster nach wie vor unverändert: es handelt sich fast immer um Investment oder Geldschiebe-Aktionen mit der Aussicht auf satte Prämien. Der Unterschied zu Phishing: die Straftat besteht nicht darin, an Kontodaten zu gelangen um diese leer zu räumen, sondern um einen gezielten Vertrauensmißbrauch. Die Anzahl von gefakten Unternehmenswebsiten der „Nigeria-Connection“ hat sich 2007 von 23.000 auf 44.000 fast verdoppelt. Auch im Bereich des Glückspiels, der Lotterien und Auktionsbetruges sind die Kriminellen aktiv.

Mit dem Aufkommen des Internets und massenhaften Versenden von E-Mails hat die „Nigeria Connection“ einen effizienten und vor allem billigen Vertriebskanal gefunden. Tatsächlich aber schient es so zu sein, dass die Betrüger sich jeden nur erdenklichen Mediums bedienen würden und weltweit agieren. Vom Chat-Room bis hin zu Hausbesuchen. Ultrascan bezeichnet den Betrüger-Ring mittlerweile als „schnell-wachsende, multinationale Industrie“. Wie Ultrascan weiter berichtet wird der größte Teil des Betruges nach wie vor von Nigerianern betrieben, allerdings nicht mehr nur von Nigeria aus, sondern auch in anderen Ländern auf der ganzen Welt.

Als Maßnahmen zur Bekämpfung dieser speziellen Form der Kriminalität schlagen sie vor, nicht nur Aufklärung und zentrale Sammlung von verdächtigen Mailings zu betreiben, sondern in Ländern mit hoher Aktivität gezielt gegen einzelne Aktionen und Personen vorzugehen. Eine weiter Möglichkeit könnte sein, selbst aktiv zu werden und die Betrüger auflaufen zu lassen.

( via Heise )[Gulli]

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