Blogaktion für inhaftierte iranische Studenten am 30.01.

Eine Gruppe iranischer Blogger ruft dazu auf, am 30. Januar an einer Blogaktion für ihre inhaftierten Landsleute teilzunehmen. Durch das Umbenennen der teilnehmenden Blogs in ‚Solidarity of Bloggers with the Imprisoned Iranian Students‘ (Solidarität der Blogger mit den inhaftierten iranischen Studenten) soll gegen die Unterdrückung der Meinungsfreiheit im Iran protestiert werden. Schätzungsweise etwa 100.000 Websites umfasst ‚Blogistan‘, wie sich die iranische Weblog-Community selbst bezeichnet. Das dortige Recht erlaubt Zensur, sofern sie vom Staat ausgeübt wird. Kritische Stimmen suchen sich zur freien Meinungsäußerung Kanäle, die das Regime wegen der Größe des Internets schlecht bis überhaupt nicht kontrollieren kann.

Vor einem Jahr wurde noch das Gesetz erlassen, dass sich jeder Schreiber eines Online-Tagebuchs innerhalb von zwei Monaten auf einer Regierungswebseite mit Angabe des Namens und der Adresse registrieren muss. Der Staat wollte mit dieser Initiative religiöse wie kulturelle Werte bewahren helfen. Dabei gilt die unter Beschuss geratene iranische Blogosphäre als eine der größten und einflussreichsten der Welt. Bereits im Jahr 2005 bloggten annähernd so viele Iraner wie Deutsche heute. Und dies bei einer vergleichsweise viel geringeren Verbreitung des Internets. Einen großen Anteil an der Popularisierung des Mediums Blog hatte dabei der in Kanada lebende frühere Journalist Hossein Derakhshan, der seinen Landsleuten diese Publikationsform näher brachte. Einigkeit herrscht dabei nicht: Regimekritische Autoren wie auch die religiöse Elite des Landes betreiben ihre Blogs. Im religiösen Zentrum Qom etwa finden seit zwei Jahren Blogging-Kurse für Kleriker statt. Auch viele bedeutende Politiker des Landes besitzen eigene Online-Tagebücher, bis hinauf zu Präsident Mahmoud Ahmadinejad. Trotz der unterschiedlichen Ausrichtung stellen junge, kritische Studenten offensichtlich die Mehrheit in „Blogistan“ dar. Viele von ihnen sind auch Mitglieder oppositioneller Studentenverbände, die regelmäßig Protestveranstaltungen organisieren und sich dadurch die Aufmerksamkeit der konservativen Regierungskreise gesichert haben. Sie geraten durch ihre Aktionen immer wieder ins Fadenkreuz iranischer Sicherheitsdienste und werden von diesen angegriffen und verhaftet.

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Quelle: http://www.gulli.com/news/blogaktion-f-r-inhaftierte-2008-01-22/

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