AUSZEIT in der Arbeit

Das hätte McKinsey nicht besser sagen können

Von Matthias Kaufmann

Zeit, das Internet zu entdecken: Wie man ungeahnte Ahnen erforscht. Wo eine saumäßige Zettelwirtschaft noch der Unterhaltung dient. Und wie interdisziplinäre Wertschöpfungsstrategien zu einer Challenge fürs Sprachempfinden werden.

Die Eisbären sind los. Zugegeben, das könnte für viele ein abschreckender Texteinstieg sein. Der Einstieg zum Ausstieg.

Aber keine Sorge hier werden sie nicht mit noch so flockig-süßen Zöglingen der Spezies Ursus maritimus behelligt. Im Gegenteil: Wir gewähren Ihnen eine „Auszeit“.

Bisher war unsere kleine Reihe ja vor allem darauf ausgerichtet, Ihnen Ausflüge ins Internet zu erlauben, die Sie unauffällig während der Arbeitszeit einstreuen können. (Dass das auch uns Ausflüge ins Internet erlaubt, die unsere Arbeitszeit zerstreut, sei nur am Rande erwähnt.) Doch der Bedarf scheint größer als gedacht.

Knut und Konsorten nerven. Denn immer, wenn ein Thema eine knutige Karriere hinlegt, ist die Überfütterungsschwelle schnell erreicht. Nicht beim Eisbären, verstehen wir uns richtig, sondern bei Teilen des Publikums. Im Büro lässt sich solchen Phänomenen noch leidlich entkommen. Was aber am Wochenende, wenn ohnehin nichts passiert in der Welt? Es droht die Knute allgegenwärtiger Tierbabys.

Ergreifen Sie die Flucht! Ziehen Sie sich zurück von den Fischeimern der Medienkampagneros, entziehen Sie sich dem ekstatischen Niedlichkeitswahn unserer hysterischen Eventgesellschaft. Kehren Sie, geistig zumindest, zurück in die Biosphären, in denen wir Bürotiere unser natürliches Naturell ausleben können: den Phrasendrusch.

Nichts ist dazu besser geeignet als die Seite „Aufruf-Klopfomat“. Lassen Sie sich überraschen. Vielleicht findet sich hier manch karrierefördernde Anregung, die Sie mit in die Woche nehmen können. Ein paar Satzbausteine auswendig gelernt, und Sie sind nicht wieder zu erkennen. Man wird Sie für einen Unternehmensberater halten, selbst dann, wenn Sie ohnehin schon einer waren.

Dann kommt es auf Ihr Schauspieltalent an. Können Sie fremde Worte so rüberbringen, dass Ihre Umwelt glaubt, Sie wären selbst auf diesen Stuss gekommen?

Lassen Sie sich nicht erwischen!

Weiter zu Teil 2: Sprechblasen, für den Aufstieg
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