Kinderpornografie

Pornfilter Australien Kontroverse um angeblich 30 Millionen Kinderporno-Sites

Heftig umstritten sind die Webfilterpläne in Australien: Provider sollen landesweit „illegale Pornografie“ ausfiltern. An sich nichts neues, wäre da nicht die ominöse Zahl von „bis zu 30 Millionen Kinderpornografie-Websites“, die gefiltert gehören. Der aktuelle Plan sieht die Sperrung von 1000 Sites vor.

Befürworter der Filterpläne berufen sich unter anderem auf Schweden, Finnland und Großbritannien, wo solche Filter bereits im Einsatz und erfolgreich seien. Die australische Kinderrechtsaktivistin Bernadette McMenamin von der Organisation Child Wise befürwortet auch vehement die Pläne der Regierung:

„Es ist unglaublich, dass manche Akteure der australischen ISPs zögern, Filter zu installieren, die den Zugang zu Kinderpornografie sperren. Jeder anständige Mensch würde alles dafür tun, Kinder zu schützen.“

Kinderpornografie sei ein rasant wachsendes Geschäft, in dem bis zu drei Milliarden Dollar jährlich umgesetzt werden sollen, so McMenavin.

Über 80% der Befragten gaben bei einer Umfrage an, dass entsprechende Filter bei den ISPs eingerichtet werden sollen, vermeldet AustralianIT. Hingegen ist bereits letzte Woche massive Kritik an den Plänen laut geworden: es sei nicht Sache der Regierung, Netzzensur und Filtern von Datenübertragungen einzuführen, die Verantwortung liege hingegen bei den Usern, den Haushalten und den Eltern.

Aber offenbar wird die Kritik angesichts des Totschlagarguments KiPo nicht mehr wirklich wahrgenommen. Dabei sollten die Zahlen, die genannt werden, stutzig machen: 30 Millionen „Websites“ mit kinderpornografischen Inhalten klingen alles andere als glaubwürdig. Wenn tatsächlich einmal einigermaßen netzkompetente Menschen zu den gängigen Übertragungswegen für Kinderpornografie Statements abgeben, wird mit schönster Regelmäßigkeit IRC, Usenet und Anon-Netzwerke wie Freenet genannt – in ungefähr dieser Reihenfolge.

Insofern ist der Vorwurf durchaus ernst zu nehmen, dass hier offenbar mittels dem Türöffner Kinderporno einmal mehr eine staatliche Netzzensurbehörde eingerichtet werden soll, die eben Webseiten filtern soll – einen der Dienste des Internet, der die größte Breitenwirkung, aber mitnichten ein großes Kinderpornografieproblem hat. Besonders bedenklich die Darstellung der „Defizite“ des bisherigen Ansatzes: beklagt wird unter anderem, dass nur nach erfolgten Hinweisen aus der Bevölkerung aktiv gesperrt wird und nicht auch eigenmächtig Seiten aufgespürt und gefiltert werden. Ein Schelm, der böses dabei denkt.

Abgesehen davon, dass einmal mehr von „Kinderschutz“ gesprochen wird in Zusammenhängen, wo der Kinderschutz offenkundig bereits massiv versagt hat – denn wenn die Bilder mal im Netz sind, ist es für die Opfer zu spät.

Quelle: http://www.gulli.com/news/pornfilter-australien-2008-01-11/ 

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