Skurrile News aus dem Netz

Silicon Valley sieht den eigenen Untergang voraus, Parlamentssitzungen schaden dem Dow und Chinesen ziehen Finanzen dem Sex vor – skurrile News aus dem Netz.
Von Johannes Kuhn

Hier kommt die nächste Blase

Es könnte die Hymne des Jahres für Internet-Pessimisten sein: In „Here Comes Another Bubble“ besingen Matt Hempey and the Richter Scales a cappella die kalifornische Internetindustrie.

Zur Melodie von „We didn’t start the fire“ von Billy Joel nimmt Hempey die gegenwärtige Investitionsfreude aufs Korn: „Erst brauchst du ein Schlagwort, dann noch ein zweites und ein drittes. Such dir dann zwei Branchen, die du revolutionieren willst“, beschreibt er treffend das einfache Geschäftsrezept und singt von der „Monsterrallye rund ums [Silicon] Valley“, bei der es nur darum geht, seine Unternehmensidee möglichst groß aufzublasen, um sie dann schnell weiterzuverkaufen.

Neben dem Ohrwurmfaktor überzeugt das Lied auch deshalb, weil der augenzwinkernde Pessimismus aus der Internetbranche selbst kommt: Alle Bandmitglieder sind im Silicon Valley beschäftigt, Hempey ist Softwareberater für Vertigo Software und hat bereits die erste Internetblase mitgemacht.

Das Video zum Lied erfreut sich inzwischen einiger Beliebtheit – ironischerweise durch die Plattform Youtube: Die 1,65 Milliarden Dollar Kaufpreis, die Google für das Unternehmen zahlte, haben sich bislang nach Expertenansicht wegen fehlender Werbeeinnahmen noch nicht rentiert.

Die Zukunft der bezahlten Praktika

Ein unbezahltes Praktikum zu absolvieren, ist für viele deutsche Studenten ein notwendiges Übel. Dass die Ausbeutung noch weiter gehen kann, zeigt das amerikanische Unternehmen University of Dreams, das dem Ausdruck „bezahltes Praktikum“ eine ganz neue Dimension gibt.

Für Preise ab 6000 Dollar bietet das Unternehmen amerikanischen Studenten Schnupperstellen bei Investmentbanken wie Merrill Lynch oder in Hollywoodstudios an.

Wie Gründer Eric Lochtefeld der Zeitschrift Newsweek erklärt, demokratisiere die Dienstleistung die Praktikumssuche: Weil normale Studenten oft keine Kontakte zu den bekannten Unternehmen besäßen, überbrücke die University of Dreams diese Lücke und helfe so beim Berufseinstieg.

Die 6000-Dollar-Demokratie lohnt sich vor allem für die beteiligten Unternehmen: Die Praktika sind nach Angaben der University of Dreams meist – man errät es – unbezahlt.

Parlament als Wachstumshemmer

Der amerikanische Kongress ist bei den US-Bürgern inzwischen fast so unbeliebt wie der Präsident. Auch Wall-Street-Händler dürften sich in die Riege der Kritiker einreihen, sollten sie die Meldung des „Club for growth“ in die Hände bekommen.

Die Niedrigsteuer-Lobbygruppe zitiert dabei eine Studie zweier amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler von der Universität von Cincinnati und der Universität von Missouri in Columbia. Diese hatten die Entwicklung des Dow-Jones-Index seit 1896 beobachtet und mit den Tagungsdaten des Kongresses verglichen.

Das Resultat: Wer einen Dollar eingesetzt und diesen nur an kongressfreien Tagen behalten hätte, wäre heute mit einem Vermögen von 216 Dollar ausgestattet. Wer dagegen sein Geld an Sitzungstagen vermehren wollte, hätte heute nur zwei Dollar in der Tasche.

Auch im Jahr 2007 wirkte der Kongress hemmend. An Sitzungstagen verlor der Standard & Poor’s 500-Index 2,8 Prozent an Wert – war der Kongress nicht aktiv, legte er sieben Prozent zu. Die Wissenschaftler führen psychologische Gründe für den Zusammenhang ins Feld: Ein unpopulärer Kongress habe einen negativen Einfluss auf das Marktgeschehen, generell sorgen Parlamentsversammlungen für Unsicherheit wegen möglicher Gesetzesänderungen.

Die Niedrigsteuer-Anhänger des „Club for growth“ drücken dies schlicht so aus: „Die Märkte mögen kein Risiko. Und wenn sich die Politiker in unserer Hauptstadt versammeln, ist definitiv Risiko im Spiel.“

Wie Wal-Mart die drei Könige entdeckte

Während hierzulande über die Abschaffung von Feiertagen diskutiert wird, bekommt der amerikanische Einzelhandel nicht genug von den Festlichkeiten. Unternehmen wie die Lebensmittelkette Wal-Mart haben deshalb inzwischen das Dreikönigsfest für sich entdeckt.

Dabei sind allerdings weniger spirituelle Bedürfnisse als potentielle Umsätze im Spiel: Der 6. Januar, der vor allem von spanischstämmigen Amerikanern gefeiert wird, birgt eine willkommene Möglichkeit, die Einkaufssaison der Weihnachtszeit auszudehnen. Wie USA Today berichtet, bietet Wal-Mart über 300 Produkte für das Fest an; in seinen Filialen im Südwesten lässt das Unternehmen sogar Kaspars, Melchiors und Balthasars aufmarschieren.

Auch andere Einzelhändler nehmen die Gelegenheit wahr, die Kunden vor dem Festtag in die Geschäfte zu locken. Kein Wunder, wird die Zielgruppe doch immer wohlhabender: Die 44,3 Millionen spanischsprachigen Amerikaner bilden inzwischen die größte Minderheit des Landes; im Jahr 2011 werden sie ein Einkommen von geschätzten 1,2 Billionen Dollar zur Verfügung haben – das wäre eine Vervierfachung seit dem Jahr 1990. ..mehr

 Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/183/150808/9/

 

 

Advertisements
Explore posts in the same categories: Allgemein

Schlagwörter: ,

You can comment below, or link to this permanent URL from your own site.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: